TIPI FEUER
Im Herbst 2025 kamen indigene Älteste nach Tirol, und hielten im Rahmen vom WANBLI GLESKA Kultur Projekt
auf der Universität Innsbruck und auch im Tipi in Leutasch Vorträge und "Tipi-Teachings”zum Thema: Leben in balance und im Einklang mit Großmutter Erde.
Seitdem steht auf einem wunderschönen Stück Erde, zwischen dem Katzenkopf und der Hohen Munde, ein echtes traditionelles Lakota Tipi, dessen Stangen wie Antennen in den Himmel ragen.
Den Eingang hütet gemäß dem Namen des Projekts
WANBLI GLESKA der Steinadler, der ja bei uns in Leutasch heimisch ist.
Für die Lakota ist der Kreis das ultimative Symbol der Verwandtschaft. Jeder und alles Lebende ist verbunden im Kreis. Natürlich ist das Tipi selbst, das Zuhause, ebenso ein Kreis. Es war die Aufgabe der Frauen, das Tipi aufzustellen und abzubauen und sie hatten dort auch das sagen.
Das Lakota-Lager selbst war in einer Reihe konzentrischer Kreise angeordnet. Das Tipi bot Schutz und war ideal für die wandernde Jäger- und Sammlerkultur. Der Eingang des Tipis ist nach Osten in Richtung der aufgehenden Sonne ausgerichtet und das hintere Ende nach Westen, wo die Sonne untergeht.
Der Boden des Tipis steht für uŋčí makȟá, Großmutter Erde auf der wir alle leben, die Wände stellen den Himmel dar und die Stangen sind in den Boden gepflanzt und zeigen zum Himmel, wodurch beide Welten verbunden werden.
"Was auf Erden ist, ist in den Sternen und was in den Sternen ist, ist auf Erden" hört man auch heute noch von den Ältesten - wir kennen einen ähnlichen Spruch:
"Wie im Himmel so auch auf Erden!"
Danach haben die Lakota ihre Lebensweise ausgerichtet. Die Büffel folgten den Sternen und die Lakota folgten den Büffeln und hielten ihre Zeremonien anhand von
den verschiedenen Sternenkonstellationen.
Mit 7 Meter Durchmesser und einem Feuer
in der Mitte, bietet das Tipi
Winter wie Sommer einen geschützten
Raum in der Natur, wo viele Menschen miteinander im Kreis Platz haben und wo es Raum für Wesentliches gibt, wie zum Beispiel:
Wichtige Begegnungen, gute Gespräche, Dialog und Konfliktbewältigung oder auch einfach nur dem knisternden Feuer lauschen und herzhaftes Beisammensein.
Ohne Handy, ohne Zigaretten, ohne Alkohol oder
sonstige Drogen oder Ablenkungen und ohne über andere schlecht zu reden...
Das Feuer im Zentrum sorgt für Entspannung und Wohlgefühl und steht für gegenseitigen Respekt.
Respekt vor jedem im Kreis und Respekt vor allen Lebewesen - Basis, Grundlage für alles was im Tipi möglich ist und gleichzeitig Anfang und Ende unserer Reise.
Deshalb noch einige Worte zum Feuer...
PHETA WAKAN
DIE KRAFT DES FEUERS
Tanzende Flamme
Seit Anbeginn der Zeit fasziniert das Feuer die Menschheit. Sein flackernder Tanz hat unsere Körper gewärmt, unser Essen gekocht, unsere Nächte erhellt
und vor allem unseren Geist entfacht.
Für viele indigene Kulturen und spirituelle Traditionen auf der ganzen Welt ist Feuer mehr als nur ein Werkzeug oder ein Naturphänomen. Feuer ist ein Wesen. Eine lebendige Präsenz. Ein heiliger Bote.
In den mündlich überlieferten Schöpfungsgeschichten der Lakota wird Feuer oft als eine mächtige Kraft dargestellt, als kleiner Bruder der Sonne, die eine entscheidende Rolle bei der Entstehung des Lebens und des Kosmos spielte.
Wenn wir uns in einem Kreis um das Feuer versammeln, erwacht etwas Zeitloses in uns. Es wird zum Zentrum welches uns verbindet, wir spüren unseren Herzschlag und den Atem der Verwandlung.
FEUER HÜTEN
In vielen indigenen Traditionen gibt es Menschen, die als Feuerhüter bekannt sind. Ihre Aufgabe besteht nicht nur darin, das Feuer am Brennen zu halten, sondern auch, eine Beziehung zu ihm aufzubauen.
Der Feuerhüter lernt: Wann er Holz nachlegen und wann er das Feuer ruhen lassen muss. Wie er es nicht nur praktisch, sondern auch andächtig nährt.
Wie er still dasitzt und seinem Flüstern lauscht und
wie er das Feuer davor schützt, missachtet oder missbraucht zu werden.
Dies spiegelt unser Beziehung zu unserem eigenen inneren Feuer wider. Wie pflegen wir unsere innere Flamme? Ersticken wir sie mit zu vielen Ablenkungen?
Vergessen wir, sie mit Momenten der Stille zu nähren?
Das Feuer lehrt uns Präsenz. Es kann nicht unbeaufsichtigt bleiben. Es erfordert und fördert unsere volle Aufmerksamkeit.
Die Lakota unterscheiden zwischen der Flamme die vom Zentrum weggeht und der Glut die bleibt und wärmt.
Feuer steht für Transformation, Vitalität und Energie und spiegelt die lebensspendenden Kräfte des Universums wider.
Wir leben in einer Welt voller künstlicher Lichter und elektrischer Bildschirme, doch die heilige Flamme oder die Flame die heilt - ruft uns immer noch. Nicht aus der Vergangenheit, sondern aus dem Herzen des gegenwärtigen Augenblicks.
Beim Feuer zu sitzen hilft uns daran zu erinnern, wie man sich verwandelt. Mit dem Feuer zu sitzen, kann auch helfen uns zu erinnern, mehr in der eigenen Wahrheit zu leben. Es kann dabei helfen sich daran zu erinnern, wer wir sind.
Letztendlich ist das Feuer im Außen ein Spiegel für dein inneres Feuer.
Für deine Intention - deine Innere Kraft - deine Intuition - deine Klarheit - dein Selbstvertrauen - dein Mut und deine Bereitschaft und dein Wille, im Einklang mit deiner eigenen inneren Wahrheit zu leben.
Einen Weg in die eigene Kraft zu gehen bedeutet, Feuerhüter deines eigenen inneren Feuers zu sein. Lasse deine innere Flamme nicht aus Ablenkung oder Angst erlöschen, sondern halte sie mit Achtsamkeit, Respekt und Hingabe am Brennen.
Weitere Möglichkeiten das Tipi für dich und deine innere Stärke und Wachstum zu nützen, findest du wenn du auf den unteren Button drückst oder auch wenn du den Balken auf der linken Seite folgst.