INIPI Info
OINIKAGE - den ATEM erneuern
INIPI, was auf Lakota „wieder leben“ bedeutet
oder auch OINIKAGE was "den atem erneuern" bedeutet, ist eine Reinigungszeremonie, die in einer Schwitzhütte vor und/oder nach einer anderen Zeremonie oder als eigenständige Zeremonie durchgeführt wird.
INIPI ist eine der ältesten Lakota Zeremonien und reicht viele viele Jahrtausende zurück. Laut mündlicher Überlieferung, bis zu jener Zeit zurück, wo die Lakota von unter der Erde durch die "Windhöhle" bei MATO TIPILA (der Bären-Hütte) auf die Oberfläche der Erde kamen. Zu jener Zeit, so heißt es, sprachen die Menschen und die Tiere noch eine gemeinsame Sprache.
Früher wurde Inípi vor jedem wichtigen Unterfangen durchgeführt, um Körper und Geist zu reinigen und Kraft und Stärke zu gewinnen. Die Teilnahme an einer
Inipi-Zeremonie bedeutet mehr als nur die körperliche Belastung durch Hitze und Dampf zu ertragen. Die dort gesprochenen Gebete schöpfen aus allen Kräften des Universums – Geist, Erde, Wasser, Feuer und Luft.
Es ist eine Reise, in den Schoß von Großmutter Erde unterstützt durch die Dunkelheit, den erhitzten und glühenden Steinen, der Stille, den Gebeten, den Jahrtausend alten Gesängen und Trommel-Rhythmen
und der CHANUNPA, der Heiligen Pfeife, die dich durch einen Prozess der Reinigung und Erneuerung und Heilung führt.
Die Schwitzhütte hinter dem Tipi in Leutasch wurde von TOM KANATAKENIATE COOK (einem Sonnentanz Leiter des Afraid of Bear and American Horse Tiospaye der Oglala Lakota) und MILO YELLOW HAIR während ihres zweiwöchigen Aufenthalts in Tirol im Herbst 2025 durchgehend verwendet und bei dieser Gelegenheit erstmals eingeweiht.
Bei einem der letzten INIPI’s in Leutasch erzählte Milo, dass seine Großmutter noch als freie Lakota gelebt
hatte, zu einer Zeit wo TATANKA IYOTAKE (Sitting Bull) und TSCHASCHUNKE WITKO (Crazy Horse) noch nicht kapituliert hatten - also noch bevor sie dann zusammen mit ihrem Volk ins Reservat gezogen sind.
Er und Tom haben die Lieder und alles was noch dazu gehört, direkt von diesen Großeltern gelernt, die ihnen gesagt haben:
“mache es genau so, so haben es auch unsere Großeltern gemacht. Tue nichts dazu und lasse nichts davon weg.”
Tom hat dann noch ein spezielles Gebet und Lied für den Adler gesungen und als wir dann alle nach der vierten Runde aus der Schwitzhütte heraus kamen, kreisten zwei Steinadler in der Nähe über uns.
Nimm nichts und verwende nichts,
was dir nicht gegeben wurde
Es ist mein Verständnis und tiefe Überzeugung,
dass man nichts von einer anderen Kultur verwenden soll, ohne das Einverständnis von anerkannten Vertretern der jeweiligen Kultur/Tradition.
Der Missbrauch und das Geschäft mit kopierten Zeremonien von indigenen Völkern von sogenannten “Wannabes” und “Plastik Schamanen” ist leider in der New Age und Esoterik Bewegung weit verbreitet und hat schon viel Schaden angerichtet.
Wichtige Überlegungen
Authentizität
Eine echte Lakota Schwitzhütte wird von autorisierten indigenen Ältesten geleitet, die die Lieder, Protokolle und Geschichte verstehen.
Respekt
Das Kernprinzip besteht darin Dank zu sagen und zur Aufrechterhaltung der Zeremonie beizutragen,
nicht darin, eine spirituelle Erfahrung als Event oder Wellness-Erfahrung anzubieten oder zu (ver)kaufen.
Aneignung
Nicht-indigene Personen, die Schwitzhütten leiten oder Gebühren verlangen, werden oft von Stammes-Ältesten und Angehörigen wegen kultureller Aneignung und Missachtung heiliger Traditionen kritisiert.
Erschwerend kommt hier hinzu, dass diese Zeremonien, nach dem Genozid und dem allgemeinen Verbot der
US Regierung, (bei dem jegliches praktizieren bis 1978 unter schwerster Strafe stand) - nur durch praktizieren im Verborgenen und strenger Geheimhaltung und wegen
dem Mut und dem Durchhaltevermögen einiger wenigen Ältesten bis heute überlebt haben.
Ob nicht-indigene Personen, die von autorisierten indigenen Ältesten ausgebildet und beauftragt worden sind, ebenso autorisiert sind eine OINIKAGE Zeremonie
zu leiten, wird in den verschiedenen Indigenen Gemeinschaften unterschiedlich gesehen,
verstanden und empfunden.
Das muss/darf daher jeder für sich selber entscheiden, wenn er sich tiefergehend mit der Thematik auseinander setzt. Die Ältesten mit denen ich verbunden bin sagen, dass man eine persönliche und offizielle Autorisierung braucht, dass es aber dann eine Frage des Herzens ist.
“You need authorization and teaching from indigenous elders who serve their communities. What matters,
is a good heart - intention is all. True spirituality is inclusive and transcends skin color and bloodlines.”
OINIKAGE CEREMONY findet in Leutasch zur Zeit
dann statt, wenn autorisierte Indigene Älteste
hier sind und diese leiten.