LAKOTA ZEREMONIEN
"Das Volk der sieben Ratsfeuer, OCETI SAKOWIN OYATE, einigen als Sioux Nation bekannt, sind ein repräsentativer nordamerikanischer Indianerstamm. Ihre Zeremonien spiegeln die der meisten Stämme wider. insbesondere die Schwitzhütten- (Inipi) und die Vision Quest-Zeremonien (Hanblecheyapi).
Trotzt der vielen unterschiedlichen Sprachen und Kulturen, wird es zweifellos viele überraschen, dass die nordamerikanischen Stämme gemeinsame Traditionen und Werte hatten. Viele Zeremonien waren ähnlich und auch die Bedeutung hinter den Zeremonien war eng miteinander verbunden.
Teilen und Großzügigkeit waren beispielhafte Werte, die den nordamerikanischen Stämmen gemeinsam waren."
(Ed McGaa / Eagle Man - Lakota Anwalt)
MITAKUYE OYAS’IN
mitakuye oyas'in ist ein Ausdruck aus der Sprache der Lakota und spiegelt die Erfahrung und die Weltsicht der Verbundenheit mit der ganzen Schöpfung wider.
Es ist ein Ausdruck der Einheit und Harmonie mit allen Lebensformen: mit allen Menschen, Tieren, Vögeln, Insekten, Bäumen und Pflanzen, aber auch mit den Felsen, Flüssen, Bergen und Tälern.
Er bedeutet: „Alle meine Beziehungen“ oder „Alles ist verbunden“ und gleichzeitig „Alle meine Verwandten" und er ist die Grundlage des Lakota-Weges.
Um unsere Verbindungen zu allem stark und gesund zu halten, ist es unter anderem auch wichtig, so klar und effektiv wie möglich zu kommunizieren. Kommunikation ist die Übertragung von Energie durch unsere Gedanken, Gefühle, Worte und Handlungen.
Ansonsten, gibt es kein einzig richtiges Lakota-System oder die eine wahre orthodoxe Sichtweise. Die Tradition und Spiritualität der Lakota ist nicht statisch und weist reiche Vielfalt auf. Der Lakota-Gesellschaft liegt eine Reihe tief verwurzelter moralischer Werte zugrunde.
Zeitgenössische Lakota zählen dies unter Berufung auf die Traditionen ihrer Vorfahren als die vier Tugenden auf. Obwohl die genauen Namen variieren können, beschreiben die Lakota positives Verhalten oft in diesen vier Tugenden: Weisheit, Tapferkeit, Standhaftigkeit und Großzügigkeit.
Ebenso weit verbreitet ist bei den Lakota das Verständnis der sieben Tugenden, die innerhalb der erweiterten Familie (Tiospaye) auch variieren können: Wahrhaftigkeit, Respekt, Bescheidenheit, Mitgefühl, Großzügigkeit, Gebet und Weisheit.
Seit 1883 und bis zum 11.August 1978 (!) verbot die US-Regierung unter Androhung strenger Strafen und Auspeitschen, die Ausübung traditioneller indigener Kultur und Zeremonien.
Es wurden Internate für die einstigen Hüter des Landes eingerichtet und deren Kinder wurden verpflichtet diese zu besuchen. In diesen Schulen wurden sie gezwungen, Englisch zu sprechen, Standardfächer zu lernen, die Kirche zu besuchen und die eigene Stammestraditionen hinter sich zu lassen.
KILL THE INDIAN TO SAVE THE MAN war landesweit das öffentlich proklamierte Motto dieser Internate. Deshalb haben die Bräuche, Tänze und Zeremonien nur überlebt weil einige Älteste und Weisheitshüter diese, unter Androhung strenger Strafen, in entlegenen und einsamen Naturlandschaften und Höhlen - sozusagen geheim und im Untergrund, zum Wohle des Volkes weiterhin praktiziert haben und somit für die kommenden Generationen erhalten haben.
Der Sonnentanz ist die heiligste der sieben heiligen Zeremonien, die von den Oglala Sioux praktiziert werden. Die Ereignis findet normalerweise rund um die Sommersonnenwende statt und dauert vier Tage.
DU BETEST UM ETWAS ZU ERHALTEN,
ODER UM ETWAS ZU GEBEN?
Seit 1987 haben Tom und Loretta Afraid of Bear Cook direkt am Kraftort der Bären Hütte - Mato Tipila, über einen Zeitraum von zehn Jahren, wieder begonnen diese Zeremonie öffentlich zu praktizieren.
Seither sorgen sie zusammen mit ihrem Tiospaye dafür die traditionelle Kultur und die Zeremonien der Lakota für die kommenden Generationen zu erhalten und diese auch mit interessierten Außenstehenden zu teilen.
Anders als einige anderen Lakota Gruppierungen, die davon überzeugt sind, dass Lakota Zeremonien nur für geborene Lakota vorgesehen sind - berufen sich Tom und Loretta auf das Erbe und Verständnis ihrer direkten Vorfahren - von Gastfreundschaft, Großzügigkeit, Mitgefühl und dass alle Teil vom Kreis sind. Echte Spiritualität, so sagen sie, ist inklusiv, sie schließt niemanden aus und kostet kein Geld.
Für Loretta und Tom und ihr Tiospaye ist vor allem die innerste Intention des einzelnen, die gute Absicht des Herzens ein entscheidender Faktor, um bei Lakota Zeremonien eingeladen zu werden und teilzunehmen.
Auch wenn ein wesentlicher Grund dieser Zeremonien die Gemeinschaft und die Beziehung des Einzelnen zu ihr stärken sollen, dienen sie vor allem auch der Stärkung der eigenen Mitte, der Reinigung und Heilung und dem Gleichgewicht von Natur und Mensch. Sie sind ein praktischer Weg sich und die Erde zu heilen.
DON'T PAY TO PRAY!
Es ist wichtig zu verstehen, dass die Zeremonien nur ein Teil vom Chanku Luta dem Roten Weg sind.
Die eigentliche Arbeit ist die Arbeit mit dir selber,
um immer mehr in deine Mitte zu kommen und allen Lebewesen friedlich und mit Mitgefühl zu begegnen.
Dafür ist es wichtig die Natur deines eigenen Geistes kennen zu lernen, mit deinem eigenen Herz
gut in Kontakt zu sein und dir selber Verständnis,
Geduld und Mitgefühl entgegen zu bringen.
Richtig verstanden und praktiziert,
verwandelst du dadurch dein ganzes leben
in eine ständige Zeremonie
für das Wohl aller Lebewesen.
Lakota Zeremonien bedingen eine intensive Vorbereitungszeit und sind auch mit einem großen Materialaufwand und persönlichen Einsatz verbunden, für den einst der ganze Stamm aufgekommen ist. Da die Teilnahme kein Geld kostet, werden die Zeremonien durch private und öffentliche Spenden finanziert und braucht es viele freiwillige Helfer.
„Bevor unsere weißen Brüder kamen,
um uns zu zivilisieren, hatten wir keine Gefängnisse.
Deshalb gab es bei uns keine Kriminellen.
Wir hatten keine Schlösser oder Schlüssel
und deshalb gab es auch keine Diebe.
Wenn ein Mann so arm war, dass er kein Pferd,
kein Tipi oder keine Decke hatte,
gab ihm jemand diese Dinge.
Wir waren zu unzivilisiert,
um großen Wert auf persönliche Besitztümer zu legen.
Wir wollten Dinge nur haben, um sie wegzugeben.
Wir hatten kein Geld und deshalb konnte der Wert eines Menschen nicht daran gemessen werden.“
(Archie Fire Lame Deer)
WAS KOMMT ZUERST?
ZUFRIEDENHEIT ODER DANKBARKEIT?
Wir sind sehr dankbar, für unsere roten Brüder und Schwestern die keine Mühe scheuen und den weiten Weg auf sich nehmen, uns in Leutasch in den Bergen zu besuchen und ihre Kultur und Herzen mit uns teilen.
Ihr warmes Lächeln und ihre Geschichten und Praktiken, die bereits Jahrtausende überlebt haben, haben die Kraft uns an unsere eigenen Wurzeln zu erinnern und uns noch mehr mit
uns selber, der Erde und den Tieren des Waldes zu verbinden.
Unser großer DANK geht auch an unseren Bürgermeister Georgios Chrysochoidis und die Gemeine Leutasch, die gemeinsam diese Einladung an die Lakota aussprechen und zusammen mit allen Helfern dieses Kultur-Projekt erst möglich
machen.
Mögen die kommenden Generationen auch noch verstehen was Handschlag Qualität wirklich bedeutet und ohne ständig ins Handy zu
schauen, die wunderschönen Wälder und Seen und die gute Bergluft genießen können.
Mögen sich in den kommenden Generationen Hirsch und Adler und alle anderen Tiere im Wald weiterhin bei uns in Leutasch künftig zuhause fühlen.